So verteilen sich KMUs über die Schweiz

Klein- und Mittelunternehmen (KMUs) stellen einen wichtigen Teil der Schweizer Wirtschaft dar, die sich auf eine hochqualifizierte Arbeit und fachlich kompetente Mitarbeiter stützt. Etwa zwei Drittel der Beschäftigten landesweit arbeiten in KMUs, die in verschiedenen Branchen tätig sind. Interessanterweise machen KMUs 99.7 Prozent aller Schweizer Unternehmen aus. Wie verteilen sich KMUs über die Schweiz und welche Merkmale weisen sie auf?

KMUs in Zürich

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KMU: Definition und formale Anforderungen

Viele Unternehmen fragen sich, was es eigentlich bedeutet, ein Klein- und Mittelunternehmen (KMU) zu sein und welche Anforderungen diesbezüglich erfüllt werden müssen.

Die Europäische Union (EU) liefert eine klare Definition für den KMU-Status, der von der Anzahl der Beschäftigten, Jahresumsatz und Bilanzsumme eines Unternehmens abhängt. Gemäss der EU-Empfehlung 2003/361 lässt sich von Klein- und Mittelunternehmen sprechen, wenn sie weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigen sowie einen Jahresumsatz von maximal 50 Millionen Euro erzielen. Die Bilanzsumme darf 43 Millionen Euro nicht überschreiten.

Dabei unterteilen sich KMUs in Kleinstunternehmen mit bis zu 9 Beschäftigten und Jahresumsatz oder Bilanzsumme von maximal 2 Millionen Euro, Kleinunternehmen mit maximal 49 Beschäftigten und Jahresumsatz oder Bilanzsumme von 10 Millionen Euro und Mittelunternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten, Jahresumsatz von 50 Millionen Euro oder Bilanzsumme von 43 Millionen Euro.

Die oben genannten Schwellenwerte betreffen ausschliesslich Einzelfirmen. Bei jenen Unternehmen, die einen Teil einer Unternehmensgruppe oder eines Konzerns bilden, sind die Zahlen im Verhältnis ihrer Beteiligung zu betrachten.

Wichtige Merkmale von KMUs in der Schweiz

Wie bereits angedeutet, nehmen Klein- und Mittelunternehmen (KMUs) landesweit einen wesentlichen Stellenwert ein. Dieser ergibt sich aus ihrer starken Präsenz auf dem Schweizer Markt und einer hohen Beschäftigtenzahl im nationalen Vergleich.

Zur Erinnerung: Etwa zwei Drittel der Beschäftigten in der Schweiz arbeiten in KMUs. Trotz allen Anscheins dominieren nicht Grossunternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern, sondern eben KMUs die Schweizer Unternehmenslandschaft.

Nach neuesten Einschätzungen des Bundesamtes für Statistik machen sie 99.7 Prozent aller Schweizer Unternehmen aus. Was zeichnet KMUs noch aus?

1. Kleinstunternehmen stellen fast 90 Prozent der KMUs dar

Kleinstunternehmen, die bis 9 Mitarbeiter beschäftigen und Jahresumsatz oder Bilanzsumme von weniger als 2 Millionen Euro erreichen, sind die häufigste Form von KMU. Deren Anteil beträgt 90 Prozent. Daraus folgt, dass Klein- und Mittelunternehmen rund 10 Prozent aller KMUs in der Schweiz ausmachen.

Dabei haben 8.5 Prozent der KMUs einen Status von Kleinunternehmen. Sie beschäftigen maximal 49 Mitarbeiter und weisen Jahresumsatz oder Bilanzsumme von 10 Millionen Euro auf. Nur 1.5 Prozent der KMUs zählen zu Mittelunternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitern, Jahresumsatz von maximal 50 Millionen Euro oder Bilanzsumme von 43 Millionen Euro.

2. Schweizer KMUs sind in verschiedenen Sektoren vertreten

Klein- und Mittelunternehmen sind in drei Sektoren tätig, die das Bundesamt für Statistik unterscheidet. Der erste Sektor, nämlich die Land- und Forstwirtschaft, ist durch Kleinstunternehmen mit Anteil von 98.3 Prozent geprägt.

Ähnlich sieht es im dritten Sektor – Dienstleistungen – aus, wo Kleinstunternehmen mit 90.6 Prozent Anteil dominieren.

Im zweiten Sektor, der die Industrie und verarbeitendes Gewerbe einschliesst, sind vergleichsweise nur 15.3 Prozent aller KMUs in der Schweiz tätig. Sie beschäftigen 29.2 Prozent der Arbeitnehmer, die in Klein- und Mittelunternehmen landesweit arbeiten. Insgesamt gesehen weisen Schweizer KMUs etwa zwei Drittel der Beschäftigten auf.

Dienstleistung

3. Mehr als die Hälfte der KMU-Beschäftigten arbeitet in AGs

Klein- und Mittelunternehmen entscheiden sich für verschiedene Rechtsformen, wobei die Aktiengesellschaft (AG), die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und die Einzelfirma überwiegen.

Es ist erwähnenswert, dass im ersten Sektor (Land- und Forstwirtschaft) fast 90 Prozent der KMUs als Einzelfirmen organisiert sind. Im zweiten und dritten Sektor (Industrie und Dienstleistungen) dominieren hingegen AG und GmbH.

Hier gilt die Regel: Je grösser ein KMU ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass es eine der Gesellschaften als Rechtsform wählt – mit steigender Anzahl von Aktiengesellschaften. Die weiteren Rechtsformen umfassen unter anderem Kollektivgesellschaften, Stiftungen, und Vereine.

4. Die meisten Schweizer KMUs befinden sich im Kanton Zürich

Die in der KMU-Studie von OBT AG und der HSG veröffentlichten Zahlen bestätigen, dass die meisten Klein- und Mittelunternehmen im Kanton Zürich angesiedelt sind.

Im Hinblick auf drei Sektoren verteilen sich KMUs im Kanton Zürich wie folgt:

  • 3'564 KMUs sind im ersten Sektor,

  • 12'485 KMUs im zweiten Sektor und

  • 86'570 KMUs im dritten Sektor tätig.

Daraus folgt, dass Dienstleistungen eine vorherrschende Position unter KMUs im Kanton Zürich einnehmen. Demgegenüber weist der Kanton Appenzell Innerrhoden die geringste Anzahl von KMUs auf. Dort sind 472 KMUs in der Land- und Forstwirtschaft, 287 KMUs in der Industrie und 936 KMUs in Dienstleistungen vertreten.

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5. Espace Mittelland beschäftigt die meisten KMU-Arbeitnehmer

Es empfiehlt sich, neben den Kantonen einen genaueren Blick auf die Schweizer Grossregionen zu werfen. Espace Mittelland, das die Kantone Bern, Freiburg, Jura, Neuenburg und Solothurn umfasst, hat den grössten Anteil an KMU-Beschäftigten in der Schweiz.

Dieser Grossregion kommt auch hinsichtlich des ersten und zweiten Sektors eine grosse Bedeutung zu. Hier haben 32 Prozent der KMU-Arbeitnehmer in der Landwirtschaft und 27 Prozent der Arbeitnehmer in der Industrie ihre Beschäftigung.

Wenn es um KMU-Beschäftigte im Dienstleistungssektor geht, treten Zürich mit 21 Prozent Anteil und die Genferseeregion mit 20 Prozent Anteil an erste Stelle.

Bern

6. KMUs in der Schweiz sind in verschiedenen Branchen vertreten

Klein- und Mittelunternehmen bieten landesweit Produkte und Dienstleistungen im Rahmen verschiedener Branchen an. Die Durchschnittsgrösse von Schweizer KMUs in der Pharma- und Versicherungsbranche ist relativ hoch.

Es ist interessant, dass Kleinstunternehmen mit bis zu 9 Mitarbeitern an Bord in der Land- und Forstwirtschaft genauso wie in der Erbringung von sonstigen Dienstleistungen stark präsent sind.

Die weiteren von Kleinstunternehmen dominierten Branchen umfassen Unternehmens-, Rechts- und Steuerberatung, Immobilien- und Gesundheitswesen, künstlerische und sonstige freiberufliche Tätigkeiten. Die Industriebranchen sind die Domäne von Mittel- und Grossunternehmen.

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Fazit

KMUs in der Schweiz erfreuen sich grosser Beliebtheit unter Beschäftigten, denn etwa zwei Drittel arbeiten dort. Der Kanton Zürich weist im nationalen Vergleich die höchste Anzahl von Klein- und Mittelunternehmen auf.

In der Schweizer Grossregion Espace Mittelland finden die meisten KMU-Arbeitnehmer ihre Beschäftigung, insbesondere im Landwirtschafts- und Industriesektor. Im Dienstleistungssektor dominieren Zürich und die Genferseeregion.

KMUs sind in verschiedenen Branchen tätig, wobei deren Durchschnittsgrösse in der Pharma- und Versicherungsbranche relativ hoch ist.

Während Kleinst- und Kleinunternehmen auf die Landwirtschaft und diverse Dienstleistungen ausgerichtet sind, tendieren Mittelunternehmen eher dazu, in einer Reihe von Industriebranchen zu agieren.